Auch für den Nicht-Forstmann sind die massiven Waldschäden nun deutlich sichtbar. Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen. Die Wälder leiden seit zwei Jahren unter Stürmen, Trockenheit und in der Folge einer Massenvermehrung von Borkenkäfern. Auch Schädlinge wie der Schwammspinner an Eiche, der Rußrindenpilz an Ahorn und das Eschentriebsterben weiten sich weiter aus. Schäden in einem bisher nicht gekannten Ausmaß sind auch an der Buche zu beobachten. Bereits 2018 wurden über 30 Millionen Kubikmeter Schadholz eingeschlagen. Für 2019 werden noch höhere Mengen erwartet. Die bisher angefallenen Kahlflächen werden auf mehr als 110000 Hektar geschätzt.

BuchenschädenImmer häufiger zu sehen sind Schäden an der Rotbuche
(Foto: Joachim Dahmer AELF Bad Neustadt)
 
AhornRußrinde Die Rußrindenkrankheit an Ahorn ist ebenfalls auf dem Vormarsch
(Foto: Insa Forstreuter FBG Fränkische Rhön u. Grabfeldw.V.)

Zurzeit häufen sich vor dem Hintergrund der Waldschäden ideologische Forderungen, den Wald stillzulegen und sich selbst zu überlassen. Wohin das führen würde, kann man derzeit sehr gut in den Nationalparken beobachten, denn auch dort stirbt großflächig der Wald – alle Baumarten sind dabei betroffen. Diese geschützten Wälder werden nun zu einer CO2-Quelle, da das CO2 bei der Verrottung der Bäume nun wieder freigesetzt wird.
Im Wirtschaftswald dagegen wird das Holz aufgearbeitet und zum Beispiel als Bauholz verwendet. Holz entzieht der Atmosphäre CO2 und ist in seiner Ökobilanz unter den Baustoffen unschlagbar. Es speichert Kohlenstoff über die komplette Nutzungsdauer und ersetzt energieintensive Materialien und fossile Brennstoffe, bei deren Herstellung große Mengen Treibhausgase freigesetzt werden. Trotz der Kalamitäten gibt es noch sehr viel Holz in unseren Wäldern und es wächst weiter zu - pro Tag die Menge für 4300 Holzhäuser.

Die Waldbesitzer in Deutschland warten nun dringlich auf Hilfe des Staates. Auch wenn es in Bayern bereits Fördermittel für die waldschutzwirksame Aufarbeitung von Käferholz und für die Wiederaufforstung von Kahlflächen gibt, sind deutlich mehr finanzielle Hilfen notwendig. Viele Waldbesitzer sind durch die Schadholzaufarbeitung finanzielle stark belastet, die Einnahmen aus dem Verkauf des Holzes decken längst nicht mehr den Aufwand. Forderungen aus den Reihen der Waldbesitzer gehen z.B. in Richtung einer CO2-Abgabe an Waldbesitzer. Auch eine deutliche Erhöhung der Hilfen für die Wiederaufforstung wird gefordert. Am 25. September soll der von Ministerin Julia Klöckner angekündigte Waldgipfel stattfinden, zu dem neben den Forstministern der Bundesländer auch Vertreter von Verbänden teilnehmen werden. Zuvor werden vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) am 29. August unter anderem Vertreter der Waldbesitzer, der Forst- und Holzwirtschaft, des Städte- und Gemeindebundes sowie von Naturschutz- und Jagdverbänden Gespräch eingeladen.